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Häufig gestellte Fragen

Ist eine Lüftungsanlage überhaupt hygienisch?
Lüftungsanlagen in Passivhäusern schaffen erst die Voraussetzung für eine gute Hygiene der Raumluft. Normale Häuser werden durch die normalen Undichtigkeiten zwangsbelüftet. Die Lüftungsanlage hingegen sorgt für eine geregelte Belüftung. Grundsätzlich können bei Bedarf die Anlagen einfach gereinigt werden. Der Filter ist wie bei einer Dunstabzugshaube herausnehmbar und kann einfach gewaschen werden. Die Lüftungskanäle benötigen im Normalfalle keiner weiteren Reinigung. Das beweisen erste Langzeittests. Im Falle eines Falles kann per Hand mit langen Spiralen in die Kanäle zur Reinigung gefahren werden.

Kann ein Haus tatsächlich ohne Heizung funktionieren?
Das Passivhaus hat eine Heizung, wenn auch eine deutlich kleiner als in üblichen Häusern. Die bereits bewohnten und auch gemessenen Passivhäuser beweisen es eindeutig: Auch in unserem Klima ist es ohne weiteres möglich, Häuser mit einem derartig geringen Heizwärmebedarf zu bauen, dass eine minimale Zulufterwärmung ausreicht, um das Haus auch im Winter behaglich warm zu halten. Die Messergebnisse aus den Passivhaus-Siedlungen beweisen, dass der Heizwärmebedarf schon im voraus genau berechnet werden kann und dass auch bei den unterschiedlichsten Nutzern der berechnete Bedarf im Mittel bestätigt wird.

„Bei einem Passivhaus kann man nicht mehr die Fenster aufmachen, weil zuviel Energie verloren geht.“
Ein Passivhaus hat ganz normal zu öffnende Fenster wie jedes andere Haus auch. Es hat sich aber gezeigt, dass Passivhausbewohner diese Fenster nicht mehr so häufig öffnen, weil einfach kein zusätzlicher Lüftungsbedarf besteht. In einem Passivhaus wird es nach dem Öffnen eines Fensters wesentlich schneller wieder warm, als in einem Niedrigenergiehaus. In der warmen Jahreszeit lässt sich das Passivhaus genauso nutzen wie jedes andere Haus auch. Fensteröffnen und den Kontakt zur Umwelt herstellen sind erwünscht.

Die Passivhaustechnik ist noch viel zu neu und nicht ausgereift.
Die Passivhaustechnik mit Lüftungsanlagen wird schon seit ca. 15
Jahren erfolgreich in Schweden eingesetzt- also dort wo man mit ganz anderen Minusgraden zu kämpfen hat. Es gibt in der Bundesrepublik derzeit ca. 6000 Passivhäuser. Die gesamte Technik kommt aus dem gewerblichen Bereich (z.B. in Bürogebäuden, Banken), wo Lüftungsanlagen zur Luft- und Wärmeversorgung seit 20 über Jahren eingesetzt werden. Die Technik wir fein auf die Nutzerbedürfnisse abgestimmt und lässt sich auch raumweise steuern.

„Bei den hohen Dämmstoffdicken kann die Wand überhaupt nicht mehr atmen!“
Hand aufs Herz – wer glaubt das eine Wand atmet? Der Luftaustausch eines Hauses findet zu 99% und mehr über die Undichtigkeiten oder eben über eine Lüftungsanlage statt. Eine Wand so zu konstruieren, dass Sie Luft durchläßt wäre sträflich, denn dann würde es im Bauteil zu Kondenswasserniederschlägen und damit zur Schimmelpilzbildung kommen. Leider lässt sich dieses Phänomen bei undicht gebauten Niedrigenergiehäusern z.T. beobachten. Die Gefahr ist besonders hoch, wenn kalte Bauteile wie z.B. Betonplatten von Balkonen in die warmen Innenbereiche von Wänden ragen. Eine Wandatmung im Sinnen von Luftdurchlässigkeit durch das gesamte Bauteil darf darum nicht stattfinden ! Normale Wände tragen zum Luftaustausch etwa 1/1000. des Gesamtluftaustausches bei.

„Kann ich im Passivhaus einen Kamin betreiben?“
Der Betrieb eines offenen Kamins schließt sich mit dem Lüftungssystem und der luftdichten Bauweise des Passivhauses aus. Möglich ist allerdings, einen geschlossenen Ofen z.B. mit Glasscheibe zu betreiben, wenn er luftdicht gebaut und raumluftunabhängig betrieben wird. Dies bedeutet, dass es eine von der Raumluft -unabhängige, gesonderte Zufuhr der Verbrennungsluft für den Ofen geben muss, welche absolut luftdicht ausgeführt sein muss, genau wie der Ofen selbst. Entsprechende Öfen mit raumluftunabhängiger Verbrennungsluftzufuhr sind im Handel bereits erhältlich.

 

„Die Lüftung in einem Passivhaus rauscht immer und es zieht.“
Die Lüftung in einem Passivhaus läuft grundsätzlich lautlos. Lediglich in der höheren Stufe 2 kann es zu leichtem Rauschen kommen. Die Stufe 2 kann z.B. bei einer Party mit hohem Besucheraufkommen und ggf. Rauchern eingestellt werden. Umgebungsgeräusche wie z.B. das Ticken einer Uhr, Rauschen von Blättern, sind normalerweise lauter. Zugluft entsteht bei den niedrigen Strömungsgeschwindigkeiten nicht. Passivhausbewohner leben gesünder, da ihr Haus ständig - auch nachts - mit frischer Luft versorgt wird. Die Lüftung lässt sich bei Bedarf abstellen.

„...Dann ist aber die Luft zu trocken“
Ist nur bedingt richtig, denn bei sehr trockenen Außenluftverhältnissen (Kälte) tritt dieses Problem auch in Niedrigenergiehäusern bei empfindlichen Menschen auf. Beim Passivhaus kann eine feuchtegeregelte Raumluftzufuhr eingesetzt werden. Ferner gleichen feuchtespendende Pflanzen den partiellen Feuchtemangel auf natürliche Weise wieder aus.

Konventionelle Lüftungsplaner neigen dazu, Luftmengen von Wohnungslüftungsanlagen eher hoch zu dimensionieren; es gab Zeiten, da wurde ein 0,5-facher oder gar 0,8-facher Luftwechsel für notwenig gehalten - und zwar gerade, um die Raumluftfeuchtigkeit im Winter niedrig zu halten; dann ist nämlich die Gefahr von Tauwasserbildung und damit verbunden die Schimmelpilzgefahr gering. Diese beiden Gefahren bestehen im Passivhaus aber ohnehin nicht, denn wegen des guten Wärmeschutzes sind alle Innenoberflächen von Außenbauteilen ohnehin so warm, dass auch bei 60% Raumluftfeuchtigkeit noch keine Tauwasserbildung auftritt. Daher kann die Außenluftmenge im Passivhaus ruhig in kalten Perioden etwas niedriger gefahren werden, insbesondere dann, wenn die Raumluftfeuchtigkeit von den Bewohnern sonst als zu gering empfunden wird. "Anhaltswerte" für Wohnungen sind Luftwechsel der Lüftungsanlage zwischen 0,3 und 0,4-fach. Für Passivhäuser geben wir generell die Empfehlung, die Luftmengen eher an diesen unteren Werten zu orientieren. Dann bleibt die Raumluftfeuchtigkeit bei guter Luftqualität im komfortablen Bereich.

Was passiert wenn die Lüftungsanlage ausfällt?
Die Gefahr, dass einer der beiden Ventilatoren ausfällt ist sehr gering, sie können aber schnell und problemlos repariert werden. In der Zwischenzeit lüften Sie einfach über die Fenster. Im Winter ist die Gefahr, dass Lüftungsanlage oder Nacherwärmung der Zuluft ausfallen, auch nicht größer als bei einem konventionellen Gebäude. Durch die gute Wärmedämmung kühlt ein Passivhaus aber nicht so schnell aus.

„Passivhäuser sind zu teuer.“
Passivhäuser sind keine Billighäuser. Es gibt Bemühungen Passivhäuser immer günstiger zu bauen. Doch die notwendige Sorgfalt und die hohe Wertigkeit der Baustoffe ziehen eine klare Trennungslinie zu üblichen Häusern. Dafür bekommt man auch „reichlich mehr“. Passivhäuser bilden – wie ein Architekt auf der letzten Tagung sagte- „die Formel 1 des Häuserbauens“. Man darf Passivhäuser nicht mit billigen Baustoffen schnell hochziehen, um den Preis zu drücken. Das geht zwangsläufig schief. Passivhäuser werden gefördert z.B. durch die KfW. Wie bei einem hochwertigen Auto sollte man sich die Frage stellen, was ist es mir und meiner Gesundheit Wert, in einem Passivhaus zu wohnen. Passivhäuser sind für einen „Normalverdienerhaushalt“ erschwinglich.








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