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energyHAUS p.e. - 15 Jahre Passivhäuser für die Region Braunschweig!

Artikel 1:
 

 

Hamburger Abendlatt

vom 19.01.2014

Passivhäuser überzeugen ihre Bewohner oft erst im Alltag 

Viele Menschen haben Vorbehalte gegen Passivhäuser und Smart Homes. Eine Studie zeigt: Das ändert sich, sobald eigene Erfahrungen gemacht sind. Nach kurzer Zeit werden viele Skeptiker zu Fans  von Soziologin Johanna Matzat

Hamburg. Um den Klimawandel zu begrenzen, müssen weniger Treibhausgase erzeugt werden. Was viele nicht wissen: Private Haushalte produzieren mindestens genauso viele Emissionen wie die Industrie. Innerhalb des Haushaltssektors ist wiederum der größte Posten das Heizen, auf das rund Dreiviertel der hier produzierten Emissionen entfallen. Als Soziologin am KlimaCampus interessiere ich mich dafür, welche Rolle Routinen beim Heizen spielen und welches Wissen über klimafreundliche Alternativen vorhanden ist. Dazu habe ich zwei Fallbeispiele untersucht: Heizen im sogenannten Smart Home und im Passivhaus.

Smart Homes sind eine relativ neue Entwicklung, bei der Computer für effizientes Heizen sorgen. Dadurch wird nur so viel Heizenergie verbraucht, wie tatsächlich nötig ist. Etwas anders funktioniert das Passivhaus, das durch optimale Wärmedämmung und kontrollierte Be- und Entlüftung fast komplett ohne aktives Heizen auskommt. Weil praktisch keine Wärme entweicht, genügen den Großteil des Jahres passive Wärmequellen wie Haushaltsgeräte oder der menschliche Körper.

Für meine Studie habe ich ausführliche Interviews mit Hamburgerinnen und Hamburgern geführt, die in einem Passivhaus oder einem Smart Home wohnen. Außerdem habe ich Experten aus der Bau- und Energiebranche befragt und Beobachtungen bei Energieunternehmen, Informationsveranstaltungen sowie in Passivhäusern und Smart Homes durchgeführt. Das wichtigste Ergebnis: Es gibt viele Vorbehalte gegen diese Heizlösungen, die häufig mit lieb gewonnenen Routinen und bestimmten Mythen zusammenhängen.

So sind viele Menschen überzeugt, in Passivhäusern könne man die Fenster nicht öffnen. Und Smart Homes stehen in dem Ruf, kompliziert und für die Bewohner unkontrollierbar zu sein. Hinzu kommt, dass Heizen in Passivhäusern und Smart Homes ungewohnt ist: Wenn es draußen kalt ist, drehen wir normalerweise die Heizung auf. In Passivhäusern und Smart Homes ist dies nicht nötig – das irritiert.

Dies ändert sich, sobald die Menschen besser mit diesen Heizformen vertraut sind. Meine Studie zeigt, dass viele anfängliche Skeptiker nach kurzer Zeit in einem Smart Home oder Passivhaus zu regelrechten Fans werden. Diese Menschen haben sich häufig nicht aus Umweltschutzgründen auf die neuen Heizlösungen eingelassen, sondern wegen der geringeren Nebenkosten oder weil die Wohnungen gut ausgestattet und innerstädtisch gelegen sind.

Viele Bewohner von Passivhäusern haben sich auch deshalb für den Einzug entschieden, weil sie das soziale Miteinander schätzen – Passivhäuser werden häufig genossenschaftlich gebaut und bieten attraktive Gemeinschaftsflächen. Zudem profitieren Menschen mit niedrigem Einkommen in solchen Projekten oft von vergünstigten Mieten. Mit passenden Förderprogrammen kann die Politik so zwei Ziele gleichzeitig erreichen: mehr sozialen Wohnungsbau und weniger Emissionen.

 

 
Artikel 2:
Der WDR berichtet:
Passivhäuser – genial und verkannt
 

Das Passivhaus – ein erfolgreiches Energiesparkonzept in der Warteschleife

Obwohl das Wehklagen über die ständig steigende „zweite Miete“ immer größer wird, ist Energiesparen nicht besonders populär. Denn Sparen, das klingt vor allem nach Verzicht – auf all die Annehmlichkeiten, die uns in den letzten 50 Jahren selbstverständlich geworden sind. Zum Beispiel auf wohlige Wärme im Wohnzimmer, während draußen vor der Tür klirrende Kälte herrscht. Dabei müssen wir darauf gar nicht verzichten, meint der Physiker Wolfgang Feist. Er hat ein Haus erfunden mit besonderer Heizung:


Heizung durch Körperwärme
Das besondere am Passivhaus: Statt viel Heizenergie zu verschlingen, heizt es sich fast wie von selbst. Eine lückenlose Isolierung von den Grundmauern bis zum Dach ist deshalb Pflicht. Dieses Konzept der Wärmedämmung ist eigentlich gar nicht so neu: die Isolierung ist nur etwa 20 Zentimeter dicker als bei einem normalen Haus. Doch das macht viel aus, kombiniert mit zwei anderen Passivhaus-Elementen.

Die Fenster haben eine dreifache Wärmeschutz- verglasung und einen besonders wärmegedämmten Fensterrahmen. Außerdem versorgt eine Lüftungsanlage das ganze Haus mit frischer, gefilterter Luft, je nach Bedarf vorgewärmt durch einen Wärmetauscher, der im Keller steht. Diese Wärmerückgewinnung ist das eigentliche Geheimnis des Passivhauses: Die frische Luft von draußen wird mit der Energie der warmen Luft von drinnen aufgeheizt. So reicht zum Heizen des Hauses beinah ausschließlich die Körperwärme der Bewohner (ca. 100 Watt pro Person).


Verpasste Chancen
Und Passivhausbewohner sind zufriedene Bewohner – nicht nur weil die Heizkosten wesentlich niedriger liegen als in gewöhnlichen Häusern. Forscher vom Wissenschaftlichen Zentrum für Umweltsystemforschung der Uni Kassel haben sie in einer Studie befragt. Das Ergebnis: Ginge es nach der Zufriedenheit seiner Bewohner, dann sollte das Passivhaus eigentlich der Star unter den Neubauten sein, doch zur Verwunderung der Kasseler Wissenschaftler wird es selten gebaut. Viele Bauunternehmer, Bauherren und Planer haben Vorurteile und beschäftigen sich kaum mit Energiesparkonzepten. Deshalb gibt es bisher nur rund 6000 Passivhäuser in ganz Deutschland.

Mit gutem Beispiel voran: Wird Frankfurt Passivhaus- Hauptstadt? Selbst öffentliche Bauherren denken nur sehr langsam um. Die Stadt Frankfurt ist da eine Ausnahme. Stand ihre Hochhaus-Skyline bisher für eine ganz andere Baukultur, so will die Stadt jetzt Deutschlands Passivhaus- Hauptstadt werden. Vor zwei Jahren entstand hier eine Schule, die sich fast ausschließlich durch die Körperwärme ihrer Schüler heizt. Seitdem hat ein regelrechter Passivhaus-Tourismus eingesetzt. Jede Woche führen die Frankfurter Besucher aus anderen Kommunen durch das Gebäude, das 90% der Wärmeenergie spart, mit der ein gewöhnliches Haus normalerweise beheizt wird – ein so genanntes Passivhaus.

Passivhausbewohner äußern sich zu Wohneindrücken
im Passivhaus:

 „Wenn es abends draußen wieder kälter wird, bringt mir die Lüftungsanlage eine erfrischende Kühle in die Wohnung. Dadurch kann man besser schlafen“, berichtet Gerd Pommerien, der in einem Passivhaus in Hannover- Linden wohnt. Während sich in anderen Häusern nachts die Hitze staut, füllt die aktive Dauerlüftung die Räume schnell mit Frischluft. Als im Juli das Quecksilber in Hannover 33 Grad Außentemperatur anzeigte, war es in Pommeriens Wohnung fast zehn Grad kühler. „In der Wohnung haben wir eine Temperatur von nur 24 Grad gemessen“, so der 41-jährige Lindener.


Auch der Laatzener Klaus Neumann
bestätigt den kühlenden Effekt der Passivhaustechnik. „Ich bin sehr froh, dass ich in einem Passivhaus wohne. Denn hier ist es jetzt eindeutig kühler als in anderen Häusern “, so Neumann. Das Einfamilienhaus in Laatzen verfügt sogar noch über eine zusätzliche Technik, die für Frische sorgt. Denn die Zuluft wird durch einen 40 Meter langen Erdwärmetauscher geleitet, der in einem Meter Tiefe unter dem Haus verlegt ist. In dem Röhrensystem herrscht im Sommer und im Winter fast die gleiche Temperatur. Mit dem Effekt: Im Sommer wird die Luft abgekühlt, bevor sie in die Wohnung kommt und im Winter wird sie erwärmt. „In den diesjährigen Hitzeperioden war es in unserem Haus mindestens sechs Grad kühler als draußen, obwohl auf das freistehende Haus den ganzen Tag die Sonne scheint“, sagt Neumann.

Passivhäuser liegen im Trend!



 

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